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Arbeitsalltag

Imposter-Phänomen – Wie man Selbstzweifel am Arbeitsplatz überwindet

17. Juli 2025 By Constanze 1 Comment

Ein Beitrag von Antonia Nauerz und Sabrina Terbrüggen, FAU Erlangen

Gehen dir öfters folgende Gedanken durch den Kopf: „Ich bin nicht gut genug für meinen Job“, „Andere überschätzen mich“, oder „Ich kann die Erwartungen anderer nicht erfüllen“? Wenn der Job durch Selbstzweifel zur Qual wird, steckt oft das Imposter-Phänomen dahinter. Was das ist und was dagegen helfen kann, erfährst du hier.


Alex und das Imposter-Phänomen
Der Arbeitsalltag von Alex wird durch das Imposter-Phänomen beeinflusst. Er arbeitet bereits seit mehreren Jahren in einem mittelständigen Bauunternehmen. Obwohl er seine Aufgaben immer erfolgreich bearbeitet, plagen ihn seit Beginn seiner Karriere Selbstzweifel. Er befürchtet Projekte nicht erfolgreich abschließen zu können, obwohl sein Umfeld Vertrauen in ihn hat. Die Sorgen verstärken sich, als Alex eine Beförderung erhält. Statt sich über die Anerkennung zu freuen, denkt er: “Jetzt merken alle, dass ich nichts kann. Ich habe die Beförderung nicht verdient.” Solche Gedanken sind typisch für das Imposter-Phänomen.

Was steckt hinter dem Imposter-Phänomen?
Das Imposter-Phänomen wurde bereits 1978 von den amerikanischen Wissenschaftlerinnen Pauline Clance und Suzanne Imes beschrieben. Wie Alex haben Betroffene starke Selbstzweifel und erkennen ihre Fähigkeiten und Leistungen nicht an. Stattdessen schreiben sie ihre Erfolge Glück oder Zufall zu. Auch Alex kann nicht erkennen, dass er wegen seiner guten Arbeitsleistungen befördert wurde. Er glaubt, es liegt daran, dass er seiner Chefin besonders positiv in Erinnerung geblieben ist oder sie niemand anderen für die Stelle finden konnte. Das wird als externale Ursachenzuschreibung (Attribution) bezeichnet, d. h., Erfolge werden durch Gründe erklärt, die außerhalb der eigenen Person liegen. Dieser externale Attributionsstil wird in der Forschung als eine mögliche Ursache des Imposter-Phänomens diskutiert (Gullifor et al., 2024).

Das Imposter-Phänomen gibt es überall
Vielen Menschen geht es wie Alex. Studien zeigen, dass schätzungsweise bis zu 82% der Menschen vom Imposter-Phänomen betroffen sind (Bravata et al., 2020). Von Studierenden, über Berufseinsteigende bis hin zu Führungskräften – Personen in den unterschiedlichsten Positionen erleben diese Gefühle (Rohrmann et al., 2016). Somit wird Alex in seiner Firma sicher nicht der Einzige mit diesen Gedanken sein.

Was macht das Imposter-Phänomen mit einem?
Nachdem Alex nun schon einige Wochen in seiner neuen Position arbeitet, fühlt er sich immer häufiger ängstlich und gestresst. Dadurch unterlaufen ihm immer wieder kleine Fehler bei seinen Aufgaben und er fühlt sich mehr und mehr überfordert. Er lässt sich mittlerweile öfter von seiner Ärztin krankschreiben und überlegt seinen Arbeitsplatz zu wechseln. Die Forschung zeigt auch, dass vermehrt Fehlzeiten und Burnoutsymptome im Zuge des Imposter- Phänomens auftreten können (Gullifor et al., 2024). Alex befürchtet, dass sich seine Probleme nicht einfach durch einen anderen Job lösen werden. Durch eine Internet-Recherche stößt er auf das Imposter-Phänomen und erkennt sich darin wieder.

Was man gegen das Imposter-Phänomen tun kann
Alex liest verschiedene Artikel, um sich zu informieren, was dagegen hilfreich sein könnte. Dabei erfährt er, dass man sich durch den Austausch mit anderen Betroffenen weniger allein fühlt und weitere Tipps für den Umgang lernen kann (Para et al., 2024). Alex hat zunächst Angst vor den möglichen Reaktionen seiner KollegInnen, beschließt dann aber sich seinem Lieblingskollegen zu öffnen. Dieser kennt berufliche Selbstzweifel auch, was Alex sehr erleichtert.


Der Kollege gibt Alex den Tipp, sich Feedback zu eigenen Stärken und Leistungen von anderen einzuholen. Ihm gelang es so leichter in seine Fähigkeiten zu vertrauen (Zanchetta et al., 2020). Daher beschließt Alex in seinem Mitarbeitergespräch von seinen Selbstzweifeln und Sorgen zu erzählen und nach Feedback zu fragen. Zu Alex‘ Überraschung kennt seine Chefin solche Gefühle ebenfalls und möchte ihn dabei unterstützen. Sie bestärkt ihn darin, dass er die Anforderungen seiner neuen Position erfüllt und diese aufgrund seiner vorherigen Leistungen
bekommen hat. Je mehr sich Alex mit dem Imposter-Phänomen auseinandersetzt, desto bewusster wird er sich über Selbstzweifel auch außerhalb des Berufslebens. Er denkt häufig, nicht gut genug als Vater oder Freund zu sein. Er erinnert sich an die Empfehlung der Wissenschaftlerin Pauline Clance täglich eine Art Tagebuch zu schreiben, um Erfolge und positives Feedback festzuhalten (Clance, 1985). Alex schreibt sich z. B. das Lob seiner Chefin oder einen wertschätzenden Kommentar von einem seiner Freunde auf.

Nachdem er das einige Zeit gemacht hat, bemerkt er, dass er mehr an sich glauben kann und endlich wieder Freude im Job hat. Sein neues Wissen und die Tipps teilt er mit seinem Umfeld, das davon auch profitiert, denn für Alex ist klar – niemand sollte unter ungerechtfertigten Selbstzweifeln leiden müssen.

Referenzen

  • Bravata, D. M., Waos, S. A., Keefer, A. L., Madhusudhan, D. K., Taylor, K. T., Clark, D. M., Nelson, R. S., Cokley, K. O., & Hagg, H. K. (2020). Prevalence, predictors, and treatment of impostor syndrome: a Systemarc Review. Journal of General Internal Medicine, 35(4), 1252–1275. hops://doi.org/10.1007/s11606-019-05364-1
  • Clance, P. R. (1985). The Impostor Phenomenon: Overcoming the Fear that Haunts YourSuccess. Peachtree Pub Ltd.
  • Clance, P. R. & Imes, S. A. (1978). The imposter phenomenon in high achieving women: Dynamics and therapeurc intervenron. Psychotherapy: Theory, Research & PracPce, 15(3), 241–247. hops://doi.org/10.1037/h0086006
  • Gullifor, D. P., Gardner, W. L., Karam, E. P., Noghani, F., & Cogliser, C. C. (2024). The impostor phenomenon at work: A systemarc evidence-based review, conceptual development, and agenda for future research. Journal of OrganizaPonal Behavior, 45(2), 234–251. hops://doi.org/10.1002/job.2733
  • Para, E., Dubreuil, P., Miquelon, P. & Marrn-Krumm, C. (2024). Intervenrons addressing the impostor phenomenon: a scoping review. FronPers in Psychology, 15, 1360540. hops://doi.org/10.3389/fpsyg.2024.1360540
  • Rohrmann, S., Bechtoldt, M. N., & Leonhardt, M. (2016). Validaron of the Impostor Phenomenon among Managers. FronPers in Psychology, 7, 821. hops://doi.org/10.3389/fpsyg.2016.00821
  • Zancheoa, M., Junker, S., Wolf, A.-M., & Traut-Maoausch, E. (2020). „Overcoming the Fear That Haunts Your Success“ – The Effecrveness of Intervenrons for Reducing the Impostor Phenomenon. FronPers in Psychology, 11, 405. hops://doi.org/10.3389/fpsyg.2020.00405

Filed Under: Allgemein Tagged With: Arbeitsalltag, Imposter, Psychologie, Wissenschaft

Eine Frage des Timings

29. Juli 2018 By Constanze Leave a Comment

Was, wann und wie

Im Leben sind viele Dinge ungerecht verteilt. Bei einer Sache herrscht allerdings allumfassende Gerechtigkeit: Bei der Zeit. Jeder von uns – egal ob arm oder reich, alt oder jung, hübsch oder weniger attraktiv – hat gleich viel Zeit pro Tag zur Verfügung. Genau gesagt sind das 86.400Sekunden, 1.440 Minuten bzw. 24 h pro Tag. Entscheidend für Lebenszufriedenheit und Erfolg sind daher was man in diesen 24h wie macht und ganz wichtig auch wann.

Der japanische Autor Haruki Murakami beispielsweise steht an Schreibtagen um vier Uhr morgens auf. Danach geht es direkt für einige Stunden an den Schreibtisch. Nachmittags steht Sport an, gerne laufen oder schwimmen über lange Distanzen, danach ist Zeit für Erledigungen, Lesen und Musik hören. Um 21 Uhr geht pünktlich das Licht aus.

Vormittags ist die Stimmung besser

Menschen, die einem geregelten Bürojob nachgehen, haben oft nicht die Möglichkeit ihren Tagesablauf perfekt an ihre innere biologische Uhr anzupassen. Trotzdem bleibt einem bei der Tagesgestaltung, z.B. bei der Vereinbarung von Terminen, in der Regel ein gewisser Entscheidungsspielraum. Dass schlechtes Timing im schlimmsten Fall auch teuer werden kann, zeigt eine Studie der Arbeitsgruppe der University of Buffalo, New York (Chen, Demers, & Lev, 2013). Die Wirtschaftswissenschaftler analysierten Abschriften von mehr als 25.000 Telefonkonferenzen in denen Großinvestoren und Analysten von Aktiengesellschaften über wichtige Finanzdaten informiert wurden. Je später im am Tag die Gespräche geführt wurden, desto negativer war der Ton. Mit einer kleinen Ausnahme: Nach dem Mittagessen wurde die Stimmung kurzfristig wieder etwas positiver. Das überraschendste Ergebnis der Studie ist aber, dass die Wissenschaftler einen Zusammenhang zwischen Stimmung während der Telefonkonferenzen und Aktienkursen für die fünf Stunden nach den Gesprächen fanden. Nach nachmittäglichen Gesprächen mit negativer Stimmung reagierten auch die Aktienkurse mit einer negativen Entwicklung. Dieser Zusammenhang bestand auch, wenn Faktoren wie finanzielle Gesamtlage der entsprechenden Industrie und Berichterstattung in den Medien berücksichtigt wurden.

Termine zur gewohnten Zeit

Eine weitere nützliche Erkenntnis der Studie war, dass der stärkste Prädiktor für einen Termin, der Zeitpunkt des vorangegangenen Termins war. Das kann man sich einfach zu Nutze machen und mit wichtigen Ansprechpartnern daher immer am besten Termine vor 11 Uhr ausmachen. Das erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass auch potentielle kritische Termine am Vormittag stattfinden werden. Um diese Zeit ist nicht nur die Stimmung noch freundlicher, sondern mit hoher Wahrscheinlichkeit auch der Glucose-Spiegel noch höher. Denn das ist auch ganz entscheidend für den Ausgang von wichtigen Entscheidungen (Danziger, Levav, & Avnaim-Pessoa, 2011).

 

Literatur

Chen, J., Demers, E., & Lev, B. (2013). The Dangers of Late-Afternoon Earnings Calls.Harvard Business Review.

Danziger, S.; Levav, J.; Avnaim-Pessoa, L. (2011). Extraneous factors in judicial decisions. Proceedings of the National Academy of Sciences of the United States of America, Vol. 108(17), 6889-6892.

 

 

Filed Under: Allgemein, Erstaunliche Effekte, Forschung vorgestellt, Tolle Effekte Tagged With: Arbeitsalltag, Büro, Business, Psychologie, Telefonkonferenz, Termine, Timing, Zeitmanagement

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